Was hat er mich die letzten Tage für Berge hochgejagt,
dieser kleine Spanier marokkanischer Herkunft. Er ist ein echter Kampfzwerg,
dabei kämpft er eigentlich gar nicht wirklich, weil er in seiner tiefreligiösen (Muslim) Art und
Weise weiß, dass er für alles belohnt wird. „Wer eine Aussicht haben will, der
muss zuvor ein bisschen leiden!“ und das ist tatsächlich hier unser Motto. Er
will eine Aussicht haben und ich will seine Wege mitgehen, um zu erfahren, was
ihn antreibt. Nie im Leben wäre ich alleine dazu bereitgewesen 1000 Höhenmeter
zu ersteigen.
Doch das Schicksal hat uns zusammengeführt und ich will den
Weg gehen. Unermüdlich stampft er mit seinen Wanderschuhen voran durch den
Schnee, der von Meter zu Meter höher wird und langsam meine Turnschuhe von
unten und oben nass macht.
Selbst in diesen Wäldern ist alles anders als wir es kennen.
Keine Tiere, keine Vögel, nichts. Nur gewaltige Fußspuren von Wölfen und Bären
begegnen und manchmal auf unseren einsamen Wegen, die anhand der fehlenden
Fußspuren seit Wochen keiner mehr betreten hat. Nun denn, dann sind wir eben
die ersten. Nichts hält uns davon ab. Angespornt von der im Schnee glitzernden
Sonne auf dem Gipfel, steigen wir Meter um Meter dem Ziel entgegen. Nach 2,5
Stunden Aufstieg ist es soweit: Wir eine Offenbarung erreichen wir die Spitze,
die in eine seltsam friedliche Stille ingehüllt zu sein scheint. Kein Wind,
kein Vogel, nicht einmal ein Insekt ist hier zu hören. Die berauschende Stille
des Friedens. Ein unbeschreibliches Gefühl, das einen erfasst und erzittern
lässt. Mohammed ist derart ergriffen, dass er in seinem Gebet in einen
tranceartigen Zustand fällt und erst nach 10min wieder geistig bei uns
angekommen ist.
Es ist interessant, was die Natur mit uns machen kann, wenn
wir ihr nur lauschen.
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